Statement in der Causa Beck-Sickinger

Statement in der Causa Beck-Sickinger

Statement in der Causa Beck-Sickinger
 
Am Dienstag, den 31.03.2015, nahmen Vertreter_innen des Student_innenRats Einblick in den wesentlichen Mailverkehr zwischen Frau Prof. Dr. Beck-Sickinger und dem Studenten aus Indien.
Dieser Schritt ist notwendig geworden, da die Universität unserer Forderung, den gesamten Mailverkehr offenzulegen und vollumfängliche Transparenz zu scchaffen, nicht nachkommen wollte. Um aber die Plausibilität der bisher von Seiten der Rektorin Prof. Dr. Schücking und Frau Prof. Dr. Beck-Sickinger getätigten Aussagen zumindest für den Student_innenRat überprüfen zu können, haben wir uns schlussendlich doch dazu entschieden das Angebot von Frau Prof. Dr. Beck-Sickinger, zur Einsichtnahme des Mailverkehrs, anzunehmen.
 
Gerade für eine Universität, die eine "Internationalisierung" von Forschung und Lehre anstrebt, sollte eine schnellstmögliche und transparente Aufklärung eines Rassismusverdachts gegen eine_n Dozent_in selbstverständlich sein. Zudem findet dieser Vorfall in einem gesellschaftlichen Klima statt, in dem in Leipzig nach wie vor hunderte Menschen an den "Spaziergängen" von Legida teilnehmen. Rassismus darf nicht als eine außerhalb der gesellschaftlichen Macht- und Konstituierungsverhältnisse Marginalie betrachtet werden. Die Universität Leipzig distanzierte sich deutlich von den rassistischen Umtrieben der letzten Wochen, was wir auch ausdrücklich begrüßt haben. Leider schaffte sie es aber in der Causa Beck-Sickinger nicht, ihre formale Distanzierung in eine praktische Politik in Form einer lückenlosen und für die Öffentlichkeit transparente Aufklärung münden zu lassen. Das ist nicht nur schade, sondern hat in der öffentlichen Wahrnehmung auch dazu geführt, dass hier der Eindruck entstand, es gäbe etwas zu verdecken. Allzu undifferenzierte Medienberichterstattung tat ihr Übriges.
 
Nach der Einsicht in den E-Mail Verkehr stellt sich der Sachverhalt für den Student_innenRat wie folgt dar:
    
Nach einer formalen Absage via E-Mail für einen Praktikumsplatz von Frau Prof. Dr. Beck-Sickinger an den besagten Studenten aus Indien beschuldigte dieser Frau Prof. Dr. Beck-Sickinger mit äußerst markigen Worten, ihm den Praktikumsplatz aus rassistischen Gründen verwehrt zu haben. Daraufhin folgte ein sehr emotional geführter E-Mail Wechsel, bei dem Frau Prof. Dr. Beck-Sickinger ihre Sicht auf die Situation von Frauen in Indien erläuterte. 
Wir können demzufolge aber bestätigen, dass der E-Mail Verkehr, so wie er zu Beginn der Debatte veröffentlicht wurde, so nicht existiert und erheblich manipuliert wurde. Somit ist der Vorwurf der Ablehnung des Praktikumsplatzes aus strukturell - rassistischen Gründen nicht haltbar.
 
Nichtsdestotrotz hätte Frau Prof. Dr. Beck-Sickinger, insb. in Bezug auf die bestehende umfassende Zusammenarbeit mit internationalen Student_innen, eine solche Reaktion auf die Anschuldigungen seitens des indischen Studenten nicht passieren dürfen. Wir hoffen, dass alle Beteiligten von der Universität Leipzig in Zukunft stärker eine für die Öffentlichkeit transparentere Aufklärung in solchen hochpolitischen Angelegenheiten forcieren und die Situation nicht durch fragwürdiges Vorgehen medial verschlechtern.
 
 
02.04.2015 - 15:38

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