Vorläufige Übereinkunft mit der VG Wort

Vorläufige Übereinkunft mit der VG Wort

In den letzten Wochen gab es einige Probleme mit der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort), die erreichen wollten, dass die Texte, die uns über Moodle zur Verfügung gestellt wurden, nicht mehr pauschal abgerechnet werden, sondern pro Text einzeln der VG Wort gemeldet werden sollten. Dieser Mehraufwand wäre für uns Studis äußerst problematisch geworden, da dies bedeutet hätte, dass wir unsere Texte wieder aus der Bibliothek hätten kopieren müssen und nicht einfach im Internet hätten abrufen können.

 

Durch großen Druck aus der öffentlichen und universitären Sphäre (neben dem StuRa Leipzig sprachen sich das Rektorat der Universität Leipzig, die sächsische Landesrektorenkonferenz, die bundesweite Hochschulrektorenkonferenz, verschiedene Landesstudierendenvertretungen, Bundesfachschaftstagungen, parteipolitische Hochschulgruppen etc. gegen die Einigung mit der VG Wort aus) ist die VG Wort nun offiziell zurückgerudert und hat bis zum Ende des Sommersemesters 2017 einer Beibehaltung des Status Quo zugestimmt, um bis dahin die bisherige Einigung nachzuverhandeln.

 

Das bedeutet in erster Linie, dass wir dieses Semester und das Folgende weiterhin unsere Texte auf Moodle finden können und retrospektiv der ganze Aufruhr um die Texte im Dezember in erster Linie als Druckmittel gegen die VG Wort zu sehen ist und nicht als notwendige Maßnahme, um den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten.

 

Langfristig heißt das aber leider auch, dass wir, da sich die VG Wort nach wie vor weigert zur pauschalen Vergütung zurück zu kehren, im September 2017 wieder da sein werden, wo wir im Dezember schon waren, nämlich in der Vorbereitung auf einen Konflikt mit der VG Wort und der möglichen Löschung unserer digitalen Semesterapparate im Wintersemester 2017/18. Wir bleiben weiterhin bei dem Standpunkt, dass einzig die pauschale Vergütung eine sinnvolle Maßnahme darstellt, die Urheberrechtsansprüche zu vergüten.

 

Der Haken an der pauschalen Vergütung ist das Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. I ZR 84/11) vom 20.03.2013, dass die Forderung der VG Wort auf eine Einzelabrechnung bestätigt hat. Allerdings kann es in Zeiten des viel proklamierten digitalen Wandels nicht sein, dass eine praktikable und effiziente Praxis abgeschafft wird und durch eine in jeder Hinsicht schlechtere Lösung ersetzt wird. Wir fordern daher die Kultusministerkonferenz und die Hochschulrektorenkonferenz auf in den Verhandlungen mit der VG Wort hart zu bleiben und weiterhin die politischen Akteur*innen dazu auf das Urheberrecht zu novellieren, damit auch künftig Pauschalabrechnungen möglich sind.

 
08.01.2017 - 19:15

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