Stellungnahme anlässlich der Verlängerung der Unterbringung von Geflüchteten in der Ernst-Grube-Halle bis Ende März 2016

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Stellungnahme anlässlich der Verlängerung der Unterbringung von Geflüchteten in der Ernst-Grube-Halle bis Ende März 2016

Bereits am Montag beschloss die Landesdirektion Sachsen die Ernst-Grube-Halle bis zum April 2016 als Erstaufnahmeeinrichtung weiter nutzen zu wollen.

Marcus Adler, Referent für Antirassismus des StuRa der Uni Leipzig dazu: „Die Ernst-Grube Halle ist eine Turnhalle und kein Ort zum Leben. Folglich ist sie nicht für ein alltägliches Leben für rund 420 Personen ausgelegt. Ohne die vielen ehrenamtlichen Unterstützer_innen vor Ort, welche die eigentlich von Staat und Land sicherzustellende Grund- und medizinische Versorgung übernehmen, wäre die Situation der Flüchtigen vor Ort noch prekärer. Für die Geflüchteten bedeutet diese Entscheidung die Fortsetzung eines Lebens auf engsten Raum, fehlender Privatssphäre sowie Abhängigkeit von Spenden und Hilfsmitteln. Geflüchtete Menschen werden so aktiv zu unmündigen Menschen gemacht. Es ist unmenschlich Menschen auf so engem Raum über so eine lange Zeit unterzubringen und dann noch von "Notlösung" oder "vorrübergehender Erstaufnahmestelle" zu sprechen."

Des Weiteren weist Adler auf die politische Dimension der Notunterbringung in der Ernst-Grube Halle hin und fordert das Sächsische Innenministerium zum Handeln auf: „Es sollte den Behörden bekannt sein, dass in den Sommermonaten vielmehr flüchtige Personen den Weg nach Deutschland bestreiten und bestreiten werden. Diese Prognosen sind seit Langem bekannt. Die Konzeptionslosigkeit bei Fragen der Unterbringung von geflüchteten Menschen seitens des Sächsischen Innenministeriums kann nicht mehr durch die Arbeit von zahlreichen Ehrenamtlichen Helfer_innen kompensiert werden. Hier müssen langfristige Lösungen durch den Bund und die Länder geschaffen werden.“

Der Student_innenRat ruft weiterhin die Studierenden auf, sich auf der Homepage des Flüchtlingsrats e.V. Leipzig über benötigte Spenden zu informieren sowie in den bei der Informationsveranstaltung am 18. August gegründeten Arbeitskreisen zu engagieren.

Für weitere Fragen steht Ihnen Marcus Adler, Referent für Antirassismus unter der Nummer 015119613870 und per E-Mail (marcus.adler@stura.uni-leipzig.de) zur Verfügung.

02.09.2015
Miriam Pflug
  • EGH
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