Demonstration zum IDAHIT*

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Demonstration zum IDAHIT*

Demonstration zum IDAHIT*

Leipzig, 09. Mai 2014. Das  Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik (RGL) des Student_innenRats (StuRa) der Universität Leipzig veranstaltet zusammen mit dem RosaLinde Leipzig e.V. am 17. Mai zum zweiten Mal eine Demonstration zum IDAHIT* (International Day Against Homophobia, Interphobia and Transphobia). Die Demonstration startet um 15 Uhr am Körnerplatz und endet um 19 Uhr am Augustusplatz zum Rainbowflash des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland (LSVD). Die Organisationen wollen ein Zeichen gegen Diskriminierung und Ungleichbehandlung von intergeschlechtlichen Menschen, Transgendern und lesbisch, schwul und bisexuell lebenden Personen setzen. Das * im Namen der Demonstration bezeichnet Personen, für die das gelebte Geschlecht keine zwingende Folge des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts ist und die ihre Geschlechtsidentität jenseits der Ordnung Frau-Mann leben.

Anlass der Demonstration ist der 17.05.1990. An diesem Tag hat die Weltgesundheitsorganisation beschlossen, Homosexualität aus ihrem Krankheitskatalog zu streichen. Bis dahin galt diese Form der sexuellen Orientierung als psychische Störung, die therapiebedürftig war. Trans- und Intergeschlechtlichkeit werden auch heute noch pathologisiert und als „Störung der Geschlechtsidentität“ bzw. „Sexualdifferenzierungsstörung“ bezeichnet. Für transidente Menschen hat dies zur Folge, dass ihnen gewünschte Hormonbehandlungen und Operationen – insbesondere im Jugendalter – vorenthalten bzw. nur über einen langen juristischen und psychopathologischen Weg ermöglicht werden. Im krassen Gegensatz dazu werden Kinder mit uneindeutigen Genitalien in der Regel kurze Zeit nach der Geburt geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen, die in vielen Fällen mit Komplikationen verbunden sind und oft lebenslange Hormontherapien nach sich ziehen. Von vielen Betroffenen wird dies im Nachhinein als äußerst traumatisierend beschrieben und daher ein Stopp vereindeutigender Eingriffe an intergeschlechtlichen Kindern gefordert.

Auch schwul, lesbisch und bisexuell lebende Personen sind immer noch Diskriminierung ausgesetzt. „Schwul“ gilt weiterhin als Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen. Verbale, psychische, strukturelle und nicht selten körperliche Gewalt führen gerade bei jungen Menschen zu enormen Belastungen. Beachtlich ist auch die Tatsache, dass das Suizidrisiko bei lsbti*-Jugendlichen (Kurzform für: lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intergeschlechtlich) nach wie vor vier bis sieben Mal höher ist als bei heterosexuellen Jugendlichen (bestätigt durch die deutsche Bundesregierung in Bundestagsdrucksache 16/4818). Volle gesellschaftliche Anerkennung erschöpft sich daher nicht in der Gleichstellung der sog. Homo-Ehe und im Einräumen von Adoptionsrechten. Es geht um einen viel grundlegenderen, gesellschaftlichen Wandel, der auch Einstellungen und Verhaltensweisen der für „normal“ gehaltenen Mehrheit betrifft.

Weitere Informationen zur Demonstration sowie die zentralen Forderungen finden Sie beim RGL des StuRa unter http://stura.uni-leipzig.de/gleichstellung-lebensweisenpolitik oder auf der Homepage der RosaLinde unter www.rosalinde-leipzig.de . Alle Redebeiträge bei der Demonstration werden in Gebärdensprache gedolmetscht.

Bei Rückfragen steht Ihnen Kerstin Schmitt, Referentin für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des StuRa, gerne zur Verfügung: rgl@stura.uni-leipzig.de bzw. 0341/ 97 37 850. Eine Ansprechperson des RosaLinde e.V. finden Sie mit Thea Wende unter beratung@rosalinde-leipzig.de bzw. 0341/ 87 90 173.

09.05.2014
Miriam Pflug
  • IDAHIT
  • 2014