PM: Veranstaltungen zum IDAHIT am 17. Mai

Dokument

PM: Veranstaltungen zum IDAHIT am 17. Mai

PM: Veranstaltungen zum IDAHIT am 17. Mai

RosaLinde Leipzig e.V.                                                                                                       06.05.2015

Lange Str. 11

04103 Leipzig

 

Demonstration zum IDAHIT am 17.05.15

Leipzig, der 12.05.2015. Zum dritten Mal rufen der RosaLinde Leipzig e.V. und das Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Student_innenRats der Uni Leipzig zur Demonstration anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Trans- und Interfeindlichkeit in Leipzig auf. Auch in diesem Jahr – am  Sonntag, den 17. Mai – wird es einen Protestzug durch Leipzig geben. Start ist um 15 Uhr in der Turmgutstraße (Gohlis), in der Nähe des Russischen Generalkonsulats, die Abschlusskundgebung findet gegen 19 Uhr auf dem Augustusplatz statt, auf der der Lesben- und Schwulenverband Deutschland zum Rainbowflash aufruft. Der IDAHIT* soll auf immer noch bestehende Diskriminierungen hinweisen.

Hintergrund dieser Demonstration ist der 17.05.1990. An diesem Tag hat die Weltgesundheitsorganisation beschlossen, Homosexualität aus ihrem Krankheitskatalog zu streichen. Bis dahin galt diese Form der sexuellen Orientierung als psychische Störung, die therapiebedürftig war. Trans- und Intergeschlechtlichkeit werden auch heute noch pathologisiert und als „Störung der Geschlechtsidentität“ bzw. „Sexualdifferenzierungsstörung“ bezeichnet. Für transidente Menschen hat dies zur Folge, dass ihnen gewünschte Hormonbehandlungen und Operationen – insbesondere im Jugendalter – vorenthalten bzw. nur über einen langen juristischen und psychopathologischen Weg ermöglicht werden. Im krassen Gegensatz dazu werden Kinder mit uneindeutigen Genitalien in der Regel kurze Zeit nach der Geburt – auch in der Kinderklinik der Uni Leipzig – geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen, die in vielen Fällen mit Komplikationen verbunden sind und oft lebenslange Hormontherapien nach sich ziehen.

Auch schwul, lesbisch und bisexuell lebende Personen sind immer noch Diskriminierungen ausgesetzt. „Schwul“ gilt weiterhin als Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen, Coming-Outs sind für viele junge Menschen auch im Jahr 2015 problembelastet. Gleichzeitig werden in Stuttgart und anderswo von homophoben Organisationen wie der „Demo für alle“ und den „Besorgten Eltern“ regelmäßig Demonstrationen gegen zeitgemäße Sexualpädagogik veranstaltet, die sich auch nicht davor scheuen Homosexualität mit Pädophilie gleichzusetzen und Aufklärung zu Sexualität und sexuellen Orientierungen als Missbrauch zu bezeichnen.

Gegen diese Zustände wollen wir gemeinsam auf die Straße gehen!

Als Rahmenprogramm gibt es außerdem folgende Veranstaltungen:

Di, 12.05.15, 20.15 Uhr, Film „Tintenfischarlarm“ in der naTo, anschließend Filmgespräch mit Michaela Katzer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der HS Merseburg, Fachärtin für Urologie, wissenschaftlicher Beirat bei Intersexuelle Menschen e.V.

So, 17.05.15, 19.30 Uhr, Aftershow mit der Band pop:sch und DJ*anes in der Moritzbastei

Weitere Informationen zur Demonstration sowie unsere Forderungen finden Sie auf der Homepage der RosaLinde unter www.rosalinde-leipzig.de oder beim RGL des StuRa unter http://stura.uni-leipzig.de/gleichstellung-lebensweisenpolitik. Über Ihre Teilnahme und/oder eine redaktionelle Berichterstattung freuen wir uns sehr. Alle Redebeiträge werden in Gebärdensprache gedolmetscht.

 

   Das * bezeichnet Personen, für die das gelebte Geschlecht keine zwingende Folge des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts ist und die ihre Geschlechtsidentität jenseits der Ordnung Frau-Mann leben.

 

Ansprechperson: Thea Wende

Web: www.rosalinde-leipzig.de | Mail: beratung@rosalinde-leipzig.de | Telefon: 0341-8790173

12.05.2015
Miriam Pflug
  • IDAHIT
  • 2015
  • Rosalinde