Student_innenRat kritisiert Äußerungen von Prof. Dr. Thomas Rauscher (Juristenfakultät) auf seinem Twitter-Account

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Student_innenRat kritisiert Äußerungen von Prof. Dr. Thomas Rauscher (Juristenfakultät) auf seinem Twitter-Account

Student_innenRat kritisiert Äußerungen von Prof. Dr. Thomas Rauscher
(Juristenfakultät) auf seinem Twitter-Account

Am Freitag veröffentlichte der Fachschaftsrat Jura auf Facebook eine Statusmeldung, in
welcher Tweets von Prof. Dr. Thomas Rauscher, Professor für ausländisches und
europäisches Privat- und Verfahrensrecht an der Juristenfakultät, den Studierenden
zugänglich gemacht wurden. In diesen Kurznachrichten offenbart Prof. Dr. Thomas
Rauscher ein Weltbild, das dem der Universität Leipzig und des StuRa widerspricht.
Diese treten für eine weltoffene Hochschule in einer anzustrebenden pluralistischsolidarischen
Gesellschaft ein.

Marcus Adler, Referent für Antirassismus: "Neben den für uns völlig inakzeptablen und
gegen Muslime bzw. Geflüchtete hetzenden Inhalte seiner Tweets, schockiert uns vor
allem die aggressive und autoritäre Wortwahl des Professors.“ Prof. Dr. Rauscher
zeichnet ein stereotypisiertes Bild von Menschen muslimischen Glaubens als Bedrohung
für eine "deutsche Kultur" und bezeichnet Geflüchtete in Anspielung auf die prekären
sozialen Umstände in französischen urbanen Randgebieten als "Banlieue-Horden aus
dem Maghreb". Vokabular wie "Schlauchboot-Spuck" offenbart zudem einen Standpunkt
zu den Themen Flucht und Vertreibung, der sämtliche humanistischen Grundwerte einer
offenen und demokratischen Gesellschaft vermissen lässt.
Adler weiter: "Wer auf sozialen Netzwerken im Internet zu Zeiten von vermehrt
stattfindenden rassistischen Angriffen auf Geflüchtete, Migrant_innen und
Asylunterkünften in völkischer Manier die Wehrhaftigkeit des "weißen Mannes" fordert,
steht mit den Menschen, die diese Taten vollziehen zumindest ideologisch auf einer
Stufe. Dass Prof. Dr. Thomas Rauscher das Amt des "Auslandsbeauftragten" innerhalb
der Juristenfakultät unterhält, ist schlicht zynisch."

Die Äußerungen zeigen zudem einmal mehr als deutlich, dass diskriminierendes
Gedankengut auch unter den Dozierenden der Universität Leipzig verbreitet ist. "Wir alle
sind als mündige Student_innen und Mitarbeiter_innen dieser Universität ständig dazu
aufgerufen diskriminierenden und herabwürdigenden Aussagen zu widersprechen.",
ergänzt der Referent für Antirassismus des StuRa, Marcus Adler.
Die Äußerungen lassen sich auf Twitter nachlesen: https://twitter.com/Rauscher_RO

Bei Rückfragen steht Ihnen Marcus Adler, Referent für Antirassismus des StuRa, mit
Freude zur Verfügung: marcus.adler@stura.uni-leipzig.de bzw. unter 0151/19613870.
 

01.02.2016
Ulrike Fuerstenau