Offener Brief: Beschwerde gegen homofeindlichen Musikkünstler in Destillery

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Offener Brief: Beschwerde gegen homofeindlichen Musikkünstler in Destillery

Offener Brief: Beschwerde gegen homofeindlichen Musikkünstler in Destillery

Das Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik unterzeichnet mit zahlreichen Institutionen und Vereinen Beschwerdebrief gegen homofeindlichen Musikkünstler.

Mit großem Bedauern nehmen wir zu Kenntnis, dass der geplanten Auftritt von „Elephant Man“ in dem Club „Distillery“ trotz diverser Beschwerden nicht abgesagt wird. Der Künstler ist unter anderem bekannt für seine homophoben sowie gewaltverherrlichenden Texte, wie zum Beispiel „"When you hear a lesbian getting raped / It's not our fault ... Two women in bed / That's two Sodomites who should be dead.” Mit einer Videobotschaft und der Unterzeichnung des Reagge Compassionate Act (RCA), was die Verpflichtung beinhaltet, homosexuellenfeindliche Texte und Aufrufe zu Gewalttaten in ihren Songs zu unterlassen, wollte sich der Künstler distanzieren. Es ist allerdings bekannt, dass die scheinbare Distanzierung im besten Fall bis zur Grenze der EU gültig ist. In Jamaika sind die fragwürdigen Lieder nach wie vor im Repertoire und eine gute Einnahmequelle für den Künstler.

Für glaubwürdige Distanzierung fehlt uns ein gewisses Engagement, weder auf seiner Myspace-, noch auf seiner Facebookseite sind schriftliche Distanzierungen zu finden. Wäre dem Künstler ernsthaft daran gelegen sein Image zu ändern, wäre er von sich aus mehr darauf bedacht, dies auch nach Außen zu zeigen. Ein klares Bekenntnis zur Akzeptanz und zum Respekt gegenüber LGBTI*-Lebensformen oder die Unterstützung der Arbeit von entsprechenden NGOs in Jamaika wären nur zwei von zahlreichen Möglichkeiten.

Nun richten wir unseren Apell nicht nur an den Künstler sondern auch an die Veranstalter_innen und fordern sie auf homophoben und gewaltverherrlichenden Inhalten keine Bühne zu gewähren!

Anbei zur Kenntnis der offene Brief federführend von dem RosaLinde e.V. Leipzig veröffentlicht und von zahlreichen Beteiligten unterschrieben.

Bei Rückfragen steht Ihnen Kerstin Schmitt, Referentin für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik mit Freude zur Verfügung: rgl@stura.uni-leipzig.de bzw. 0341/ 97 37 850.

Miriam Pflug

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Student_innenRat der Universität Leipzig

2015/02/06
Miriam Pflug
  • Beschwerde
  • homofeindlicher Musikkünstler
  • Distillery