Boykottkampagnen gegen Israel und ihre zweifelhaften Hintergründe

Boykottkampagnen gegen Israel und ihre zweifelhaften Hintergründe

Do, 17. November 2016, 19:00 bis 21:00
Wo? Universität Leipzig, Hörsaalgebäude, Hörsaal 8

Israel ist nicht nur immer wieder terroristischen Angriffen durch islamistische Organisationen ausgesetzt, sondern wird zunehmend auch mit Kampagnen zu seiner Dämonisierung und Delegitimierung konfrontiert. So fordert insbesondere die nicht nur in den palästinensischen Gebieten, sondern auch in vielen anderen Ländern agierende BDS-Bewegung einen umfassenden Boykott des jüdischen Staates sowie Kapitalabzug, Embargos und Zwangsmaßnahmen – auf wirtschaftlichem, politischem, akademischem und künstlerischem Gebiet. Sie gibt dabei vor, für die Menschenrechte einzutreten, hat jedoch nicht weniger zum Ziel als die „Befreiung ganz Palästinas“, das heißt: eine Kein-Staat-Israel-Lösung. Diesem Ziel dient auch die Forderung nach einem Rückkehrrecht für alle von der UNRWA als Flüchtlinge definierten Palästinenser ins israelische Kernland, wodurch die Juden in Israel zur Minderheit würden.

Die Aktivisten der Boykottbewegung sind gut vernetzt und verfügen über Einfluss, der bis in wichtige Nichtregierungs- und Menschenrechtsorganisationen sowie in die UNO hinein reicht. In der Öffentlichkeit und an Hochschulen sind sie ebenfalls äußerst präsent, vor allem in Großbritannien und den USA. Die EU-Kommission hat ihnen unlängst sogar einen ihrer größten Wünsche erfüllt, indem sie eine besondere Kennzeichnungspflicht für Produkte israelischer Firmen beschloss, die ihren Standort im Westjordanland, in Ostjerusalem oder auf den Golanhöhen haben. Es ist dies die Vorstufe zu einem offenen Boykott.

In seinem Vortrag wird Alex Feuerherdt die Hintergründe, Motive und Auswirkungen dieser Boykott- und Delegitimierungskampagnen analysieren, einen Überblick über ihre Akteure geben und erörtern, welche Rolle und welches Gewicht NGOs dabei zukommt. Zudem wird er prüfen, welche Ziele die gegen den jüdischen Staat gerichteten „Lawfare“-Bestrebungen haben und welches Verständnis von den Menschenrechten ihnen zugrunde liegt.

Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er arbeitet schwerpunktmäßig zu den Themen Israel, Nahost, Antisemitismus und Fußball und schreibt unter anderem für die Jüdische Allgemeine, n-tv.de, Jungle World und Konkret. Außerdem ist er der Betreiber des Blogs Lizas Welt.

Eine Veranstaltung des Fachschaftsrates Kulturwissenschaften mit freundlicher Unterstützung der Fachschaftsräte Jura, Theologie und Geographie und Geowissenschaften