Statement zu den Vorfällen am 12.11.2025

Liebe Studis, Wir als FSRä haben als oberstes Ziel ein angenehmes Studium für alle Studierenden zu gewährleisten, in dem respektvoll und möglichst auf Augenhöhe miteinander umgegangen wird. Uns ist bewusst, dass es an der Universität starke Machtungleichgewichte gibt, welche strukturell verankert sind und missbraucht werden können. Wir als FSRä haben von den Vorfällen am 12.11 in der Methodenvorlesung bei Prof. Dr. Roger Berger mitbekommen und stellen uns solidarisch hinter die Studierendenschaft und ihre Erfahrungen. Wir distanzieren uns damit eindeutig von den Handlungen des Profs. Gewalt und Einschüchterung in der Lehre sind nicht zu tolerieren! Als FSRä ist es unsere Aufgabe stellvertretend für euch, die Situation aufzuarbeiten und einen Umgang damit zu finden. Wir wollen zeigen, dass die Soziologie in Leipzig nicht grundsätzlich zu verurteilen ist, sondern besonders in Anbetracht solcher Momente klar Stellung bezieht und Rückgrat behält.

Unserer Meinung nach tragen Diskussionen bzgl. der Neutralität in der Lehre o.ä. in der aktuellen Situation dazu bei, den Fokus zu verschieben und die Situation zu entpolitisieren. Uns ist bewusst, dass es in dem Zusammenhang zu solchen Eskalationen kommen kann, aufgrund von Strukturen, die es zu kritisieren gibt. Unser Fokus liegt aber aktuell auf der Unterstützung und dem Schutz bei Konflikten in der Lehre, verbaler Diskriminierung und physischen Übergriffen.

Dafür sind wir bereits im engen Austausch mit anderen Fachschaftsräten der Institute, dem StuRa und gleichstellungsbeauftragten Personen der Universität. Darüber hinaus sind wir auf euch angewiesen: Wir möchten eure Eindrücke der Situation sammeln, um uns ein ganzheitliches Bild zu verschaffen. Generell sammeln wir Vorfälle und Eindrücke mit Mitgliedern des Instituts der Soziologie, um vorhandenes Fehlverhalten sichtbar zu machen und besser dagegen vorgehen zu können. Egal wie klein oder beiläufig euch etwas vorkommt, jede Information ist für uns relevant!

Dafür könnt ihr uns immer über Instagram (@fsrsoziologie.unileipzig) oder via Mail (fsrsozio@stura.uni-leipzig) erreichen oder an Einzelpersonen des FSR Soziologie herantreten. Außerdem möchten wir euch herzlich einladen, am Montag, den 17.11 um 15 Uhr im FSR Büro (GWZ; H 4.101) vorbeizukommen und uns von euren Erfahrungen und Einschätzungen zu erzählen. Für jegliche Gefühle und Überforderung in dem Zusammenhang schaffen wir euch hier einen vorurteilsfreien Raum, dafür werden auch Awarenesspersonen anwesend sein. Wenn euch etwas bedrückt und ihr Unterstützung braucht, ist in unserer Bio ein Link zu Antidiskriminierungsstellen der Universität.

Tauscht euch darüber hinaus unbedingt mit euren Mitstudierenden aus. Vielleicht werden Situationen erst in solchen Erfahrungsräumen als bedrohlich oder unangebracht eingeordnet. Vertraut auf euer Bauchgefühl, wenn ihr Situationen erlebt (habt) in denen ihr euch unwohl fühlt/ gefühlt habt, nehmt sie ernst, schreibt Gedächtnisprotokolle und redet mit anderen Personen (die dabei waren).