Ein weiteres Jahr Auf dem Weg zur inklusiven Hochschule

Ein weiteres Jahr Auf dem Weg zur inklusiven Hochschule

StuRa Uni Leipzig fordert volle Chancengerechtigkeit für Menschen mit Behinderung
Anlässlich des "Europäische Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" am 5. Mai, der von behindert werdenden Menschen ins Leben gerufen wurde, gilt es auf Diskriminierung und Inklusion aufmerksam zu machen. Der Student_innenRat der Universität Leipzig (StuRa UL) schließt sich den Forderungen nach einer inklusiven Gesellschaft und Hochschule an und fordert die Universität auf, Inklusion stärker voranzutreiben. 
Die positiven Entwicklungen wie angebotene Weiterbildungsmaßnahmen, Hinweise zu Härtefallanträgen und Nachteilsausgleichen, Gebärdensprachkurse, Funk- und Kommunikationssysteme im Zuge des Hochschulaktionsplanes sind durchaus zu begrüßen, doch sind diese noch lange nicht ausreichend. 
"Um Barrieren an der Universität nicht nur einzelfallbezogen, sondern auch nachhaltig abzubauen, könnten mittels wissenschaftlicher Analyse von Einzelfallberatungen strukturelle Barrieren erkannt und Lösungen erarbeitet werden. Dies würde das Versprechen einer inklusiven Hochschule tatsächlich einlösen, indem der bisher zusätzlich organisatorische und zeitliche Aufwand für behinderte oder chronisch erkrankte Studierende wegfällt. So könnten sich Betroffene tatsächlich nur auf ihr Studium konzentrieren", erklärt Marie Polonyi, Referentin für Inklusion. 
Darüber hinaus braucht es den Abbau ableistischer, also behindertenfeindlicher Denk- und Handlungsweisen innerhalb von Lehre und Verwaltung. Dazu Madeleine Littwin: "Sprache entscheidet über die Wahrnehmung von Lebensrealitäten. Wenn an der Uni Begriffe wie `Behinderung` und `Krankheit` als etwas Schlechtes oder gesellschaftliche Last dargestellt werden, dann kann kein realistisches Verständnis für Menschen mit Behinderung(en) und chronischen Erkrankungen entstehen. Auch in Prüfungssituationen spielt eine inklusive Universitätskultur eine entscheidende Rolle, um den tatsächlichen Kompetenzzuwachs prüfen zu können. Andernfalls gerät eine Prüfung zum reinen Stresstest, der das erworbene Wissen der Studierenden oftmals gar nicht darstellt."
Chancengerechtigkeit ist außerdem auch im Zuge der Digitalisierung der Universität relevant. "Es wäre wünschenswert, wenn die Universität ihre Bemühungen hinsichtlich der Umsetzung der Barrierefreien-Informationstechnik-Verordnung (BITV) verstärkt und auch Dozierende dies bei ihrer Lehre endlich berücksichtigen würden", ergänzt Marie Polonyi.
Deshalb fordert der StuRa die Intensivierung inklusionsspezifischer Maßnahmen auf den Feldern Lehre, Studium und Hochschulkultur unter aktivem Einbezug Betroffner.
Für Rückfragen stehen euch Marie Polonyi und Madeleine Littwin vom Referat für Inklusion der UL unter inklusion@stura.uni-leipzig.de gerne zur Verfügung.
 
05.05.2021 - 13:31

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