Rechte Bewegungen an der Uni Leipzig

Rechte Bewegungen an der Uni Leipzig

Am Freitag, den 13.10.2017, sind vereinzelt Sticker mit der Symbolik der Identitären Bewegung (IB) in der Fahrradgarage der Universität Leipzig gefunden worden. Die Sticker zeigen ein gelbes Lambda auf schwarzen Grund, das Symbol der IB.

Die Aktivist_innen der IB sehen sich selber als einen Teil der Neuen Rechten. Die Neue Rechte lehnt offiziell das  traditionelle Auftreten und Gebahren der Neonazis ab. Sie treten im Selbstverständnis einer „völkischen Avantgarde“ auf, die (zumindest in der Öffentlichkeit) die Ideen des Nationalsozialismus, wie die Rückkehr des Deutschen Reiches, ablehnt. Dennoch zeigen enge personelle und ökonomische Verbindungen zu Burschenschaften, der verbotenen HDJ (Heimattreue Deutsche Jugend) sowie NPD – und AfD-Kadern, dass die Abgrenzung nur formell – und teilweise nicht einmal mehr das – zu werten ist. Alter Wein in neuen Schläuchen - wenn denn wenigstens die Schläuche neu wären.

Die IB vertritt die Idee einer völkisch geprägten Leitkultur, wobei sie den Begriff Kultur nicht fest definiert, sodass es ihrer Entscheidungsmacht überlassen bleibt, was der „deutschen Kultur“ angehört und was nicht. Selbst bezeichnen sich die Aktivist_innen der IB als Ethnopluralist_innen. Diese Selbstbezeichnung geht auf ein Weltbild zurück, in der verschiedene Kulturen und Traditionen als gegeben respektiert werden, örtlich voneinander klar abgegrenzt und statisch.

Diese sind jedoch an Abstammung und Herkunft gebunden und nicht untereinander „mischbar“. Auch hierbei wird auf eine Definition verzichtet und in Abgrenzung der ebenfalls nicht definierten Leitkultur abgestellt. Sie fordern eine kulturelle „Reinhaltung“ von Staaten und Gesellschaften, welche sie als „Kulturen“ abgrenzen, nach „Ethnien“.
Im Endeffekt eine elegantere Art, „Deutschland den Deutschen“ zu euphemisieren.
Sie sprechen sich gegen den „Multikulti-Wahn“, gegen „unvölkischen Lebensstil“, Antifaschistische Strukturen und „den Islam“ aus und sehen dies als Bedrohung für die „deutsche Kultur“. Dabei wird die Verschwörungstheorie eines gesteuerten, vom Staat unterstützten, „großen Austauschs“ bemüht, welche schlussendlich die Auslöschung der „deutschen Kultur“ durch fremde „Invasoren“ heraufbeschwört. Hierbei werden Geflüchtete als Feindbild gezeichnet, unterstützt durch den „Genderwahn“ der „linksgrünversifften Gutmenschen“.


Der Student_innenRat der Universität Leipzig stellen sich ganz klar gegen jede Form von faschistischen/rassistischen/sexistischen/heteronormativen/trans*feindlichen Strukturen!
NEIN zu Nazis, egal ob in alten oder in „neuen“ Strukturen!

 
24.10.2017 - 9:39

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