Student klagt gegen Uni Leipzig für bessers Studium

Student klagt gegen Uni Leipzig für bessers Studium

Ein Lehramtsstudent klagt gegen die Universität Leipzig wegen Qualitätsmängeln in der wissenschaftlichen Lehramtsausbildung. Die Klage wird mithilfe der GEW Sachsen geführt und vom Student_innenRat (StuRa) der Universität Leipzig unterstützt.

An der Universität Leipzig werden zunehmend Lehrkräfte für besondere Aufgaben (LfbA) in der Lehramtsausbildung eingesetzt. Nach dem Sächsischem Hochschulfreiheitsgesetz sind LfbAs für die "Vermittlung praktischer Fertigkeiten und Kenntnisse" und nicht für wissenschaftliche Lehre vorgesehen. Denn dafür fällt ein zu hoher Arbeitsaufwand an, um sich laufend auf dem aktuellen Stand der Forschung zu halten.

 

"Die Lehrkräfte für besondere Aufgaben sind nicht die richtige Beschäftigungsgruppe, um eine zukunftsfähige wissenschaftliche Lehrer_innenbildung zu leisten, da sie an der Universität Leipzig jede Woche bis zu zehn Seminare auf wissenschaftlichem Niveau zu erbringen haben", so Claudia Koepernik, stellvertretende Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen. "Für diese Aufgaben sieht das Hochschulgesetz wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und Professor_innen vor. Diese haben zu Recht nur bis zu vier Seminare wöchentlich zu leisten. Es ist unverhältnismäßig, dass die Universität Leipzig zu 80% auf den Einsatz von Lehrkräften für besondere Aufgaben in der Lehrer_innenbildung setzt. Dies stellt eine mangelnde Wertschätzung gegenüber den Lehramtsstudierenden sowie den Dozent_innen dar und gefährdet die Qualität des Studiums", erklärt Claudia Koepernik weiter.

 

Nach zahlreichen Protesten an der Universität Leipzig sowie Gesprächen zwischen Studierenden, Mittelbauvertreter_innen und dem Rektorat, insbesondere im Sommer 2020, hat sich an diesem Missstand leider nichts geändert. "Dass nun der Klageweg eingeschlagen wird, ist die Konsequenz aus dem unveränderten Handeln des Rektorats der Uni Leipzig sowie des zuständigen Wissenschaftsministers Sebastian Gemkow." erklärt Felix Fink, Referent für Lehramt des Student_innenRates der Universität Leipzig.

 

"Wir Lehramtsstudierende werden die sich immer weiter verschlechternden Studienbedingungen nicht weiter akzeptieren. Ich bin froh, dass sich die Studierenden auflehnen! Die Universität Leipzig führt als Leitmotiv: 'Aus Tradition Grenzen überschreiten.' Überschritten werden jedoch nicht etwa altgeglaubte Gesetzmäßigkeiten durch eine innovative Forschung, sondern vielmehr die Grenzen der Zumutbarkeit und die der wissenschaftlichen Mindeststandards - und das deutlich nach unten! Diese Personalpolitik führt dazu, dass Studierende kaum noch Betreuer_innen für ihre Staatsexamensarbeit finden und dass Prüfungsleistungen zunehmend nur noch 'automatisiert' bewertet werden." ergänzt Felix Fink.

 

Die GEW Sachsen und der StuRa Uni Leipzig erklären gemeinsam:

"Wir hoffen, dass die Überlastung der Lehrkräfte für besondere Aufgaben durch ein Gericht beendet wird. Die Universität Leipzig muss gute Arbeits- und damit auch Studienbedingungen sicherstellen und wissenschaftliche Mitarbeiter_innen in der Lehrer_innenbildung einsetzen! Lehrkräfte für besondere Aufgaben leisten wertvolle Arbeit, die an der Universität Leipzig aber in wissenschaftliche Akkordarbeit ausufert. Das darf nicht sein!"

 

 

Pressekontakt:

Felix Fink, StuRa Uni Leipzig, Referent für Lehramt, 03419737868, lehramt@stura.uni-leipzig.de

Claudia Koepernik, stellvertretende Vorsitzende GEW Sachsen, 0341-4947412, claudia.koepernik@gew-sachsen.de

Rechtsanwalt Thomas Neie, 0341/3067306, info@neie.de

 
17.12.2020 - 13:37

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