Student_innenRat gegen Queerfeindlichkeit

Student_innenRat gegen Queerfeindlichkeit

Student_innenRat spricht sich gegen Queerfeindlichkeit aus

Leipzig, 16.01.2020


Das Plenum hat einen neuen Beschlusses gegen strukturelle und offene Diskriminierung gefasst. Damit wird das Ziel verfolgt, eine diskriminierungsarme Umgebung zu schaffen und sämtliche queerfeindliche Bestrebungen vor Ort zu bekämpfen.


Queerfeindlichkeit ist in Deutschland leider für queere Menschen immer noch ein Teil der Lebensrealität. Diese kann sich in verschiedenen Lebensbereichen äußern, wie beispielsweise durch diskriminierende, entmenschlichende Gesetzgebungen gegen queere Menschen, alltägliche Unterdrückungserfahrungen allein aufgrund der eigenen, offen gezeigten queeren Identität(en) oder der strukturellen Diskriminierung in Studium, Beruf und/oder Familienplanung. Trotz erster kleiner Fortschritte wie der Ehe für vor allem homosexuelle Cis-Paare oder die Möglichkeit des Geschlechtseintrags „divers“ steht uns noch ein weiter Weg bevor. Die Positionierung des StuRa umfasst daher:


1. Jegliche Position, die queere Identität, in jeglicher Form (Intergeschlechtlichkeit, Asexualität, Homosexualität, Bisexualität, Pansexualität, Transidentität,…) als moralisch verwerflich oder sündig darstellt.
2. Jegliche Form von Konversionstherapie
3. Jegliche Position, die Reproduktionsrechte von Menschen einschränkt.
4. Jegliche Position, die das Recht „MY BODY MY CHOICE“ verletzt.
5. Darstellung von queeren Identitäten als „Life-Style-Choice“, Verbreitung von Verschwörungstheorien („transgender ideology“; „große Verschwulung“; „Frühsexualisierung“; Gleichsetzung von Homosexualität mit Pädosexualität)
6. Abwertung von queeren Beziehungen gegenüber cis-heterosexuellen Beziehungen.
7. Die kontrafaktische Behauptung, einige queere Identiäten würden nicht existieren. Hiervon sind insbesondere – aber natürlich nicht ausschließlich – nonbinäre, asexuelle, bisexuelle, aromantische, trans*, inter* sowie pansexuelle und polyamore Identitäten betroffen.
8. Die Infragestellung der Legitimität von queeren Identitäten und das bewusste Verletzen dieser. Beispiele hierfür sind Misgendering, Deadnaming und anhaltendes Nachhaken, wenn der Deadname unbekannt ist, Absprechen von Beziehungsfähigkeit, Absprechen des Selbstbestimmungsrechts, z.B. durch erzwungene Vorlage von Gerichtsbeschlüssen, Aussagen wie „Du hast noch nicht die ‚richtige‘ Frau/Mann gefunden“ oder ähnliches.

Der Student_innenRat lehnt daher jegliche Teilnahme von Personen, Gruppen oder Institutionen an Veranstaltungen im universitären Kontext entschieden ab, welche sich als queerfeindlich präsentieren oder  präsentiert haben.

 
16.01.2020 - 16:30

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