StuRa stellt sich gegen Legida-Bewegung

StuRa stellt sich gegen Legida-Bewegung

Pressemitteilung

Student_innenRat der Universität Leipzig stellt sich gegen den „Spaziergang“ von Legida

Der Student_innenRat der Universität Leipzig positioniert sich explizit gegen die Bürger_inneninitiative „Legida“ und versteht diese als rassistische Bewegung.

Leipzig, der 09.01.2015. Am 12. sowie 19. Januar möchte der Leipziger Pegida-Ableger “Legida” sogenannte “Spaziergänge” in Leipzig durchführen. Marcus Adler, Referent für Antirassismus erklärt dazu: „Der vor allem als antimuslimisch zu betrachtende Rassismus von Legida zeigt sich in der Abwertung des „Islams“ als unaufgeklärter, gewaltvoller  Gegenspieler und Feind zu einer angeblich existierenden „christlich-jüdisch wertgeprägten Kultur“. Wir stellen uns klar gegen jegliche Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Wir wollen alle Student_innen dazu ermutigen an der Demonstration, die um 15.30 Uhr vom Uni-Campus aus beginnt, teilzunehmen.“

Adler fordert weiter: „Zudem ist die Sächsische Landesregierung dazu angehalten, den Rassismus und die Gefahr, die von Legida und Pegida für als „nicht-deutsch“ wahrgenommene Menschen ausgeht,  zu verurteilen und nicht zu bagatellisieren.“

Bei Rückfragen steht Ihnen Marcus Adler, Referent für Antirassismus des StuRa, mit Freude zur Verfügung: marcus.adler@stura.uni-leipzig.de bzw. 0341/ 97 37 861.

 

Der Student_innRat beschließt sich im Hinblick auf die „Legida-Bewegung“ hinter folgende Forderungen zu stellen:
 

1. Der Student_innenRat positioniert sich öffentlich explizit gegen die Bürger_inneninitiative „Legida“ und versteht diese als rassistische Bewegung.

2. Der Student_innenRat fordert sämtliche Akteur_innen der Universität Leipzig auf institutionellem und alltäglichem Rassismus, den Student_innen - vor allem ausländische und nicht-”deutsch” aussehende -  erfahren resp. durch die Bildungseinrichtung selbst, explizit entgegenzutreten und nicht zu bagatellisieren.

3. Der Leipziger Stadtrat hat 2012 ein Konzept zur dezentralen Unterbringung entworfen, hinter dessen Programmatik nicht zurückgefallen werden darf. Demzufolge stellen wir uns gegen den langen Aufenthalt von flüchtigen Menschen in Massenunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen und fordern eine menschenwürdige dezentralisierte Unterbringung in Leipzig und überall.

4. Die Einführung eines sofort wirkenden „(Winter-)Abschiebestopps“ seitens der Sächsischen Landesregierung soll sofort verabschiedet werden.

5.Der Student_innenRat der Uni Leipzig fordert dringlichst die Anerkennung von Geschlechtervielfalt, Respekt für unterschiedliche Lebensweisen sowie die gleichberechtigte Teilhabe aller an gesellschaftlichen Prozessen. Hierbei dürfen keine Ausschlüsse aufgrund von Geschlecht, Identität(en), Ethnizität, Religion oder sozialer Herkunft passieren. Gleichberechtigung ist kein Privileg für auserwählte Menschen, sondern das Recht eines jeden Menschen und zwar in allen Facetten des Lebens sowie der Gesellschaft. Denn die Emanzipation einzelner Gruppen darf nicht auf Kosten anderer passieren.

6. Der Student_innen Rat folgt dem Ausspruch: Refugees welcome! und unterstützt die Etablierung einer Willkommenskultur für Geflüchtete, Asylsuchende Menschen in Leipzig und ganz Sachsen und solidarisiert sich mit sämtlichen Protesten, die sich gegen „Spaziergänge“ von Legida richten.

Es wird auf die zahlreichen Gegendemonstrationen die am 12.01. stattfinden hingewiesen, insbesondere auf die studentische Gegendemonstration, die am 12.01. um 15.30 Uhr am Hauptcampus los laufen wird. Der StuRa ermutigt alle Student_innen zur Teilnahme.

Die Uni Leipzig wird darauf hingewiesen, den Studierenden und Mitarbeiter_innen zu ermöglichen, an den Gegendemonstrationen am 12.01. teilzunehmen.

 
09.01.2015 - 9:35

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