Transfeindlicher Übergriff vor der Universität Leipzig

Transfeindlicher Übergriff vor der Universität Leipzig

Eine transsexuelle Studentin der Uni Leipzig wurde am Montag gegen 18.30h vor der Moritzbastei verbal und körperlich angegriffen. Ohne Vorwarnung attackierte der Täter die Studentin und brach ihr die Nase, später erschien er zusätzlich in der Notaufnahme, um sich der Folgen seines Angriffs zu versichern. Am späten Montagnachmittag wurde eine Studentin der Uni Leipzig in Anwesenheit einer befreundeten Kommilitonin vor der Moritzbastei von einem vorbeilaufenden Fremden nach ihrem Geschlecht gefragt und aufgefordert den Intimbereich zu entblößen. Die Angesprochenen versuchten das Gespräch freundlich aber bestimmt zu beenden. Der Täter reagierte darauf unvermittelt mit einem gezielten Schlag in das Gesicht der Studentin. Als einzigen Grund für die Attacke sah der Angreifer offenbar die bloße Anwesenheit der transsexuellen Studierenden. Die gesamte Eskalation spielte sich in einem Zeitraum von weniger als einer Minute ab. Im Anschluss ging der mittlerweile Gesuchte unberührt in Richtung Augustplatz weiter.

Fußgängerinnen in der Nähe waren durch das Geräusch des
brechenden Nasenbeins aufgeschreckt worden und kamen zur Hilfe. Nach einer behelfsmäßigen Erstversorgung durch die hilfsbereiten Passantinnen, fuhr die Studentin zusammen mit ihrer Freundin in die nächstgelegene Notaufnahme. Während der Wartezeit betrat der Angreifer, ohne ersichtlichen Grund, den Wartebereich, sah sich suchend um, erkannte sichtbar beide, lächelte und verließ das Krankenhaus.

Die Polizei hat die Personenbeschreibung des Täters aufgenommen, dieser ist nun zur Fahndung ausgeschrieben. Der Student_innenRat der Universität Leipzig ist entsetzt über die menschenverachtende Form und Brutalität des Übergriffes. Wir möchten uns ausdrücklich mit der betroffenen Kommilitonin solidarisieren. Wir verstehen den Vorfall als Ausdruck immer noch bestehender Intoleranz gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten. Der StuRa verurteilen das Geschehen und diese Intoleranz aufs Schärfste.

 

 
02.07.2018 - 15:11

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