Zum Glück: Keine Kanzel im Paulinum

Zum Glück: Keine Kanzel im Paulinum

Der Student_innenRat der Uni Leipzig (StuRa) begrüßt die Entscheidung des Senats der Universität Leipzig, keine Kanzel in der Mehrzweckhalle Paulinum aufstellen zu lassen.

„Der mit großer Mehrheit getroffene Beschluss des Senats der Universität Leipzig, keine Kanzel in der Mehrzweckhalle Paulinum aufstellen zu lassen, ist nur folgerichtig. Die räumliche Trennung von sakralem Altarraum und Hauptraum sollte nicht noch weiter verwässert werden“, so Lukas Gliem, Referent für Hochschulpolitik im StuRa.

  •  sogar unter konservatorischen Gesichtspunkten wäre zudem ein Aufstellen der Kanzel (als bewahrenswertes Kulturgut) im Hauptraum unverantwortlich, da die Luftfeuchtigkeit fast durchgängig zu niedrig ist
  • auch würden mit Kanzel bis zu 25% der Sitzplätze eine eingeschränkte Sicht auf eine Leinwand oder ein Podium haben, was für eine universitäre Veranstaltungsnutzung nicht hinnehmbar ist.

Die Mehrzweckhalle Paulinum wird in Mischnutzung zwischen der Universität Leipzig und der evangelischen Gemeinde St. Pauli genutzt. Entgegen des Willens der Universität Leipzig wurde in die Autonomie der Hochschule eingegriffen, um den Sakralbau auf universitärem Gebäude zu ermöglichen. Als Reaktion darauf trat 2003 der Rektor der Universität Leipzig, Volker Bigl, zurück. „Eigentlich brauchen wir die räumlichen Kapazitäten des Paulinums für der regulären Lehrbetrieb. Es bleibt der fade Beigeschmack, dass die Mehrzweckhalle nach wie vor ein überdimensionaler Prunkbau ist, der nicht sinnvoll für universitäre Zwecke genutzt werden kann und so wertvollen Platz auf dem Hauptcampus blockiert“, so Carl Bauer, ebenfalls Referent für Hochschulpolitik.

„Das einzig Gute an der Mehrzweckhalle Paulinum ist, dass über dem Altar nicht Gott, sondern die Fakultät für Mathematik und Informatik sitzt“, so Gliem abschließend.

Die PM als PDF gibt es hier.

 
12.09.2019 - 14:07

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