!Demonstration für die Rettung der Lehramtsausbildung in Sachsen!

!Demonstration für die Rettung der Lehramtsausbildung in Sachsen!

Mi, 15. Juli 2020, 11:00 bis 14:00
Wo? Bernhard-von-Lindenau-Platz, 01067 Dresden, Deutschland

Mi, 15. Juli 2020, Landtag Dresden

// Wir fahren zusammen mit dem Zug von Leipzig nach Dresden!
Die Fahrtkosten werden von FSRä, Stura und GEW übernommen.
Treffpunkt ist Mittwoch 8:30 vorne an Gleis 21, damit wir das mit den Tickets klären können. Die Leute mit Ordner*innenbinde kaufen dann die Tickets, sagt ihnen vor Ort bitte Bescheid, dass ihr mitkommen wollt. //

Am 01.01.2021 tritt der „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ in Kraft. Dieser Zukunftsvertrag wird voraussichtlich weitreichende Umstrukturierungen für alle Bereiche der Lehramtsausbildung in Sachsen nach sich ziehen.

An der Universität Leipzig sind bereits Stellenkürzungen und Aufstockungen von Lehrdeputaten auf 20 Semesterwochenstunden (SWS) vorgesehen, also 10 Seminare im Semester. Stellen für wissenschaftliche Mitarbeitende, die eine Verzahnung von Lehre und Forschung gewährleisten, sind kaum noch geplant.


Diese Entwicklung ist angesichts der stetig wachsenden Ökonomisierung im Bildungswesen nicht akzeptabel und dennoch richtungsweisend für alle lehramtsbildenden Hochschulen in Sachsen.

Was bedeutet das voraussichtlich für Dozierende, Promovierende und Studierende?

Studierende:
- Große Schwierigkeiten, Gutachter*innen für die Abschlussarbeiten zu finden.
- Kaum mehr aktuelle, forschungsbasierte Lehre, stattdessen Wiederholung und Veraltung der Seminarinhalte.
- Kaum individuelle Betreuung durch Dozierende.
- Verlust an Themenvielfalt für Lehrveranstaltungen.
- Noch überfülltere Lehrveranstaltungen.

Dozierende:
- Wegfall von WiMi-Stellen, die durch LfbA-Stellen mit deutlich erhöhtem Lehrdeputat (20 SWS) ersetzt werden.
- Stellenkürzungen, möglicher Verlust des Arbeitsplatzes.
- Überlastung durch Prüfungen, Abschlussarbeiten und Betreuung.
- Qualitativ hochwertige und forschungsbasierte Lehre mit einem verantwortungsbewussten Anspruch wird unmöglich, da kaum noch Zeit für Vorbereitung und eigene Forschung bleibt.
- Wenig individueller Kontakt zu Studierenden, Betreuungsanspruch kann nicht nachgekommen werden. Verlust einer Vorbildfunktion für angehende Lehrkräfte.

Promovierende:
- Kaum eine Möglichkeit, auf einer WiMi-Stelle zu promovieren. Eine Promotion zusätzlich zu einer Stelle mit 20 SWS nicht möglich.
- Weniger Zeit für Forschung, da auch die Lehrdeputate von Wissenschaftlichen Mitarbeitenden erhöht werden!

Diese Szenarien sind nicht hinnehmbar! Den entscheidungstragenden Instanzen muss aktiv entgegengetreten werden. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung für angehende Lehrkräfte, die große Verantwortung für Kinder und Jugendliche übernehmen wollen, kann unter diesen strukturellen Bedingungen nicht umgesetzt werden!


Daher fordern wir gemeinsam mit der GEW Sachsen:

  • Anstatt voreilig neue Personalstrukturen mit Hochdeputatsstellen zu zementieren, werden als Übergangslösung die Stellen aus dem Bildungs- und Überlastpaket und die entsprechenden Arbeitsverträge um ein Jahr verlängert.

  • Es ist unverzüglich mit der laut Koalitionsvertrag vorgesehenen Überprüfung der Personalstruktur an den Hochschulen zu beginnen. Insbesondere hinsichtlich der Lehrverpflichtung der verschiedenen Personalkategorien ist diese innerhalb von sechs Monaten abzuschließen.

  • Um die Qualität wissenschaftlicher Lehre zu sichern erfolgt eine Überarbeitung der Regelungen im Teil 6 (Personal) des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes (SächsHSFG) und der Regelungen zur Lehrverpflichtung in der Sächsischen Dienstaufgabenverordnung an Hochschulen (DAVOHS) bis drei Monate vor Ablauf der Übergangslösung.

Zusätzlich fordert das Bündnis #LehreOhneZukunft:

  • Lehrdeputate, die eine vorbildhafte und wissenschaftsbasierte Lehre und Konstanz in Lehre und Prüfung ermöglichen. 16 SWS sind bereits für eine Erziehungswissenschaftliche Fakultät deutlich zu hoch angesetzt, eine Erhöhung ist fahrlässig und nicht vertretbar! Exzellente Lehrer*innenbildung benötigt Forschung und wissenschaftsbasierte Lehre

  • Keine Stellenstreichungen (bisher an der Uni Leipzig vorgesehen fast 10 % (bisher 181,65 VZÄ jetzt 167,75 VZÄ)

  • Praktische Umsetzung der Lehramtsausbildung anhand der Präambel des deutschen Hochschulverbands, nach der Forschung untrennbar an Lehre geknüpft ist, weshalb gute Forschung zu guter Lehre und gute Lehre zu guter Forschung führt (vgl. Deutscher Hochschulverband 2020). Mit dem vorgeschlagenen Verhältnis von LfbAs zu wissenschaftlichen Mitarbeitenden ist eine forschungsbasierte Lehre praktisch nicht umsetzbar!

  • Abschluss von Promotionsstellen/Doktorarbeiten durch die Einrichtung von ausreichend Stellen für Wissenschaftliche Mitarbeitende sichern. Eine synonyme Verwendung der Stellenprofile LfbA (§ 74 SächsHSFG) und wissenschaftlich Mitarbeitende (§ 71 SächsHSFG) ist dabei nicht zulässig!

  • Teilnehmer*innenzahl an universitären Seminaren darf 30 Personen nicht überschreiten

  • Ausreichend bezahlte und eingeplante Arbeitszeit für eine individuelle Beratung von Studierenden bezüglich ihrer persönlichen Fragen, Prüfungsleistungen und Abschlussarbeiten. Diese individuellen Beratungsangebote muss eine qualitativ hochwertige, hochschulische Ausbildung zur Verfügung stellen.

  • Inklusive Bildung umsetzen: Dazu zählt individuelle Förderung der Studierenden, Barrierefreiheit sowie die Ausbildung der Lehrkräfte für die Umsetzung einer inklusiven Bildung in der Schule. Eine vielfaltssensible Lehramtsausbildung wird mit der Streichung von Stellen und der Erhöhung von Lehrdeputaten sowie der damit zwangsweise einhergehenden Homogenisierung der Studierendenschaft und Technologisierung des Lehramtsstudiums noch weniger möglich, als es zum jetzigen Zeitpunkt der Fall ist.

Weitere Informationen findet ihr unter:

Facebook:

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Instagram: https://www.instagram.com/lehreohnezukunft/