Reaktion des Student*innenRats (StuRa) der Universität Leipzig
PM: Gewaltsamer Übergriff von Professor an der Universität Leipzig schockiert!!
Am Mittwoch, den 12.11.2025 kam es an der Universität Leipzig zu einem beispiellosen Übergriff, als ein Professor der Soziologie ein*e Student*in gewaltsam aus einem Hörsaal entfernte. Die studentische Person war im Rahmen einer sogenannten Vorlesungsintervention aufgetreten, um Kommiliton*innen zu einer von “Widersetzen” organisierten Protestaktion gegen die Neugründung der “Jungen Alternative” am 29.11.2025 einzuladen. Diesem Versuch trat der Dozent aggressiv und schließlich auch körperlich gewaltsam gegenüber, als er den*die Student*in an Kragen und Nacken griff und zu Boden warf.
Alaska Krakor (Referent*in für Hochschulpolitik, StuRa) ist über das Ausmaß der Eskalation schockiert: “Vorlesungsinterventionen sind ein bekanntes und probates Mittel, um einer breiten Studierendenschaft Zugang zu Informationen verschiedenster Natur zu verschaffen. Dass ein Professor an solcher Stelle zu körperlicher Gewalt gegenüber einer studierenden Person greift, ist erschreckend, unerhört und gefährlich - ungeachtet der dahinterstehenden, politischen Dimensionen.”
Der Student*innenRat steht in Solidarität mit allen betroffenen Studierenden und fordert die Universität auf, ihrer Verantwortung der Studierendenschaft gegenüber nachzukommen; den Vorfall umfassend zu untersuchen und entsprechende Konsequenzen zu evaluieren. Wir unterstützen dabei ausdrücklich das Statement der Fachschaftsräte Politikwissenschaft und Soziologie!
Auch die Universitätsleitung hat sich zu dem Übergriff bereits geäußert. “Es ist zwar ein Fortschritt, dass die Rektorin ein Statement dazu veröffentlicht hat, doch wir sind sauer: Wie kann es an einer Uni, die Werte wie Gewaltfreiheit, Respekt und Schutz vor Diskriminierung vertreten will, überhaupt zu einem solchen gewaltvollen Übergriff auf Studierende kommen? Und warum wird nur mit uns das Gespräch gesucht und nicht auch mit den Betroffenen selbst?”, so Lily Landschreiber (Referentin für Lehramt, StuRa).
Denn uns reichen keine leeren Versprechungen, wir fordern eine Auseinandersetzung mit dem Machtmissbrauch an unserer Universität, die klar auf Seite der Betroffenen steht und sich nicht vor ihrer Verantwortung versteckt, und das sofort! Eine Verantwortung, die bedeutet, wirklich unbequem zu werden, wenn Professor*innen Grenzen überschreiten und statt leeren Worten auch Taten folgen zu lassen.
„Das grenzüberschreitende Verhalten der Professoren, das in den letzten Wochen öffentlich gemacht wurde, schockiert.“, so Marit-Isalie Meincke (Referentin für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik, StuRa). “Immer wieder kämpfen wir innerhalb der Studierendenschaft gegen Machtmissbrauch an unserer Universität und die Ereignisse der letzten Tage bilden eine erschreckende Zuspitzung der Zustände ab, zu denen viel zu lange geschwiegen wurde. So zuletzt auch bei mehreren sexistischen Vorfällen an der juristischen Fakultät.“
Betroffene Studierende können sich, sofern gewollt, an die Fachschaftsräte Politikwissenschaft und Soziologie wenden, um Unterstützung zu erfahren und über die belastende Situation zu sprechen. Ebenfalls steht allen Betroffenen die Psychosoziale Beratung und das Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Student*innenRats zur Verfügung.
Bei Fragen melden Sie sich bei Alaska Krakor (hopo@stura.uni-leipzig.de).