Im aktuellen Wintersemester wird im Rahmen der Tarifrunde der Länder (TV-L) unter anderem über die Arbeitsbedingungen an den Universitäten verhandelt. Anlässlich der ersten Verhandlungsrunde am 3. Dezember in Potsdam drückt der Student*innenRat (StuRa) der Universität Leipzig seine Solidarität mit den Forderungen der Gewerkschaften Ver.di und GEW aus, insbesondere für die Forderung nach einem Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud).

Prekär, befristet, schlecht bezahlt – so gestalten sich die Arbeitsverhältnisse der meisten studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte. Tarifliche Rechte, etwa Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bleiben aktuell aus. Hinzu kommt ein Entgelt nur knapp über Mindestlohn und Vertragslaufzeiten von oft nur wenigen Monaten. Obwohl nahezu alle Beschäftigten an Hochschulen tarifvertragliche Rechte besitzen, gelten diese nicht für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte.

Aus diesen Gründen formiert sich seit 2019 bundesweit in über vierzig Städten eine breite TVStud Bewegung, um für einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte und damit für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Die bundesweite TVStud-Kampagne, die von Ver.di und der GEW unterstützt wird, steht so stark da wie noch nie. Aktuell bereitet sie sich auf die anstehende Tarifrunde der Länder vor. In diesem Rahmen wird es auch in Leipzig zu umfangreichen Protesten kommen, sofern die Arbeitgeber auf die Forderungen nicht unverzüglich eingehen.

Bereits 2023 war der TVStud auf Druck der Bewegung hin Teil der Tarifverhandlungen. Zu einem Tarifvertrag kam es dort jedoch noch nicht. “In der anlaufenden Tarifrunde steht eine breite, deutschlandweit vernetzte TVStud-Bewegung bereit den Tarifvertrag für studentische Beschäftigte zu erkämpfen und endlich Probleme wie Kettenbefristungen und Billiglöhne zu lösen” sagt Melissa Höger, Beauftragte für studentische Beschäftigte des StuRa der Universität Leipzig. “Die Leipziger Studierenden sind entschlossen, mit aller Kraft für ihren TVStud zu kämpfen!” fügt sie an.

Die konkreten Forderungen für die Tarifrunde 2025/26 sind:

  • existenzsichernde Löhne: 17,00 € pro Stunde im ersten Jahr der Beschäftigung
  • Ende der Kettenbefristung: Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten
  • Einhaltung von Mindeststandards: Anspruch auf (anteilig) 30 Urlaubstage und Lohnfortzahlung bei Krankheit
  • Demokratische Teilhabe, auch nach der Tarifrunde: Mitbestimmung in Personalräten durch Änderung des SächsPersVG

Der StuRa Leipzig solidarisiert sich mit diesen Forderungen und mit den erwartbaren Streiks.

Bei Fragen, melden Sie sich bei Melissa Höger (Beauftragte für studentische Beschäftigte) unter beschaeftigung@stura.uni-leipzig.de.